Am Samstag sahen rund 8000 begeisterte Zuschauer die Erstaufführung der diesjährigen Störtebekerfestspiele.
In der aktuellen Aufführung “Störtebekers Gold – Das Vermächtnis“ – zieht es den Piraten zum ersten Mal nicht in den Kampf um Gerechtigkeit oder Freiheit. Die Vitalienbrüder verfolgen mit der Suche nach dem Schatz der Templer einmal ganz egoistische, finanzielle Interessen.
Das Stück passt wie die Faust aufs Auge, besonders in der derzeitige Krisenstimmung von Wirtschaft und Finanzwelt und ist obendrein noch teilweise brillant gespielt.
Die Handlung spielt zunächst in Mecklenburg an der Ostseeküste und wechselt dann nach Frankreich und zur englischen Küste. Auch neben der Schatzsuche steht das Stück ganz im Zeichen eines echten Piratenspektakels: kreuzende Piratenschiffe, donnernde Geschütze und explodierende Pulverfässer, eine schöne und mutige Geliebte (Sarah-Jane Janson), ein Fiesling (Joachim Kretzer als Guy de Rigault).
Die Kosten des Stücks bezifferte der Intendant Peter Hick auf rund 5,5 Millionen Euro. Die unterschwellig thematisierte Wirtschaftskrise hat die Spiele nicht. Bereits zum Start der Festspiele wurden ungefähr 12 Prozent mehr Karten vorab verkauft (ca. 190.000) als im vergangenen Jahr, in welcher der Rekord von rund 378.000 Zuschauern über die gesamte Dauer der Festspiele aufgestellt wurde.